Toronto Maple Leafs Teil I - Saison 2013

Die Toronto Maple Leafs kommen in meiner Saisonvorschau nicht sonderlich gut weg. Aber warum? Auf eine sehr erfolgreiche Saison, in der sie am Ende gegen den späteren Eastern Conference Champion (die Boston Bruins) nur denkbar knapp in sieben Spielen verloren, folgte ein Sommer in dem sie den grössten Free Agent auf dem Markt verpflichten und einige Problemspieler loswerden konnten. Warum ist meine Aussicht für die Leafs so düster?

Heute möchte ich hauptsächlich auf die Saison 2013 eingehen, um mich dann morgen etwas ausführlicher mit Dave Nonis' (General Manager) Sommer zu befassen.

2013

Zum ersten Mal seit 2004 durften die Toronto Maple Leafs in der letzten Saison wieder in den Playoffs spielen. Und auch wenn ich den gezeigten Leistungen nichts absprechen will (Die Tore müssen schliesslich auch geschossen und die Pucks gehalten werden), so deuten sie doch nicht darauf hin, dass sie sich wiederholen wird. Über eine gesamte Saison schiessen Mannschaften heutzutage bei 5 vs 5 einfach nicht mit 11% Erfolgsquote. Bei 5v5 im Schnitt pro Spiel 7 Schüsse weniger abzugeben, als der Gegner kann auf Dauer auch kein Erfolgsrezept sein. Auch wenn mit Reimer sicherlich ein überdurchschnittlicher Torhüter im Kader ist, sollte es dennoch nicht möglich sein, derart starke Puckbesitzdefizite über 82 Spiele auszugleichen.

Doch auch mit dem letztjährigen Kader wären meiner Meinung nach bessere Resultate möglich gewesen.

Jake Gardiner

Erst am 19.03 wurde Jake Gardiner wieder ins NHL-Team berufen und musste selbst dann bei einigen Spielen auf die Tribüne. Der selbe Jake Gardiner, dessen relativer Corsi-Wert - also die Differenz von seinem Corsi-Wert und dem der Mannschaft, wenn er nicht auf dem Eis ist - (30.5) 2013 nur von Daniel Sedin (30.7) überboten wurde.  Das sind Spiele, in denen Korbinian Holzer (-24.2), Ryan O'Byrne (-15.7) spielen durften.

Orr & McLaren

Dazu kommt, dass mit Colton Orr und Frazer McLaren zwei "Schwergewichte" regelmässig im Kader zu finden waren. Über den sonstigen Einfluss dieser Spieler kann man sich streiten, aber das Spiel in die richtige Richtung treiben, geschweige denn für Offensive sorgen, können diese beiden definitiv nicht. Selbst gegen die schlechtesten Gegner (hauptsächlich andere Viertreihenspieler) schaffen es die beiden nicht, in die schwarzen Zahlen zu kommen.

Solche Spieler im Kader zu haben, sorgt für Opportunitätskosten. Wenn Orr und McLaren im Kader sind, nimmt das echten Eishockeyspielern einen Platz weg. 

Man sieht auch, dass sich Randy Carlyle (Cheftrainer der Leafs) durchaus bewusst ist, dass Orr und McLaren keine sonderlich guten Eishockeyspieler sind, schliesslich stehen sie durchschnittlich mehr als 5 - 7 Minuten pro Spiel zu spielen, sorgt dafür, dass alle anderen Spieler mehr spielen müssen. Wenn sich dann ein Spieler verletzt/länger auf die Strafbank muss, etc. bekommt der Coach auf einmal ernsthafte Probleme, eine anständige 3. Reihe aufs Eis zu bringen, etc.

Bozak & Kessel / Grabovski

Ausserdem besteht Randy Carlyle darauf, Tyler Bozak als Center der ersten Reihe spielen zu lassen, weil Bozak und Kessel eine "gute Chemie" haben. Ob man nun an Chemie innerhalb einer Reihe/Mannschaft glaubt oder nicht, für Kessel und Bozak ist diese Behauptung schlichtweg falsch.

Zu sehen sind, wie viele Tore pro 20 Minuten bei 5 vs 5 für Toronto fallen, bzw. welchen Anteil aller Tore die Leafs haben, wenn untenstehende Kombination auf dem Eis ist. (Werte der letzten 2 Saisons)

Entsprechend das gleiche für Corsi-Ereignisse (Schüsse + geblockte Schüsse + Schüsse, die das Tor verfehlen)

Man sieht also, dass sich beim Zusammenstellen von Kessel und Bozak die entsprechenden Werte in der Mitte treffen (Tore), bzw. minimal schlechter sind (Corsi). Das ist keine Chemie, das ist eine Verschwendung einer sehr wertvollen Ressource (Phil Kessel)...

Meiner Meinung nach sollte echte Chemie eher so aussehen:

Zwei Spieler, die zusammen deutlich besser sind, als alleine. Der Spieler mit dem Phil Kessel dieses gute Zusammenspiel hat? Mikhail Grabovski. 

Es ist natürlich völlig berechtigt, Grabovski als Center für eine Reihe zu verwenden, die gegen die besten Spieler des Gegners spielt. Allerdings muss man dann - wie auch bei Nikolai Kulemin - berücksichtigen, dass deren offensive Produktion zurückgeht.

Der Weissrusse Grabovski ist in so ziemlich jeder erdenklichen Statistik (abgesehen von Bullies vielleicht) Tyler Bozak überlegen. 

Trotz besserer Gegenspieler, schwächerer Mitspieler  und deutlich defensiverer Ausrichtung, schaffte Grabovski es trotzdem, einen nur minimal schlechteren Corsi-Wert als Bozak zu erreichen. Dennoch wurde er von den Maple Leafs aus seinem 5,5 Mio./Jahr-Vertrag ausgekauft. Nur um wenige Tage später Tyler Bozak einen 5-Jahres Vertrag zu geben, der im Schnitt 4,2 Mio $ gegen den Cap zählt. Womit wir beim nächsten Thema wären. Den Aktivitäten der Leafs diesen Sommer. Damit geht es dann morgen weiter.