NHL Vorschau - Eastern Conference

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Da gestern die Western Conference behandelt wurde, geht es heute aus Symmetriegründen um die Eastern Conference. Die hat etwas Zuwachs bekommen. In der neu geschaffenen (und komisch beynannten) Metropolitan Division spielen neben den Teams der alten Atlantic Division auch Carolina, Washington und die Conference-Neulinge aus Columbus. In der neuen Atlantic Division, in der ausser Boston und  Florida (Sunrise, Florida) keine Teams auch nur in der Nähe des Atlantiks spielen, gesellen sich die Detroit Red Wings und die beiden Teams aus Florida zu den Teams der alten Northeast Division.

Das Playoff-Format ist natürlich das gleiche wie im Westen, allerdings schaffen es relativ gesehen weniger Teams im Osten in die Playoffs (8 von 16 statt 8 von 14). Aber jetzt ohne weitere Verzögerungen zur Sache:

Atlantic Division

Die 22 Saisons übergreifende Serie von Playoffteilnahmen der Red Wings sollte in der neuen Conference und Division auch nicht reissen (Das letzte Jahr, in dem in Detroit kein Playoffeishockey gespielt wurde - mit Ausnahme des Lockouts - war 1990...) Mit Stephen Weiss und Daniel Alfredsson sollten Valtteri Filppula und Damien Brunner ersetzt werden können. Ansonsten bieten die Red Wings das seit Jahren puckbesitzstarke Team.

In Boston wurde mit Tyler Seguin einer der offensiven Stars des Teams nach Dallas abgeschoben. Für ihn kam im Gegenzug Louie Eriksson, der vorerst nicht viel schlechter als Seguin spielen sollte und auch 1.5mil $ in Capspace gegenüber Seguin frei macht. Jarome Iginla ist nicht mehr der Spieler, der er einmal war und wird somit Nathan Horton nicht ganz ersetzen. Alles in allem haben die Bruins wohl etwas an Tiefe verloren, aber trotzdem sollten sie in der Eastern Conference weit oben stehen, nicht zuletzt, weil mit Bergeron, Chara und Rask drei der besten Spieler auf ihrer jeweiligen Position vorhanden sind.

Neben dem Spektakel um Daniel Alfredsson's unschönen Abgang aus Ottawa ging die Verpflichtung von Bobby Ryan via Trade etwas unter. Zumindest auf dem Eis ist er mittlerweile Alfredsson ebenbürtig, vom Altersunterschied ganz zu schweigen. Dazu kommt mit Clarke MacArthur die meiner Meinung nach beste (Preis/Leistung) grössere Verpflichtung der ganzen Liga. Die Senators haben es letztes Jahr in die Playoffs geschafft, trotz langer Verletzungen ihres besten Verteidigers, ihres #1-Centers und #1-Torhüters. Geschafft haben sie das durch einen trotz der Verluste hohen Puckbesitzanteil. Mit einem gesunden Karlsson, Spezza und Anderson fällt mir aktuell kein guter Grund dafür ein, dass die Senators nicht wieder in die Playoffs kommen sollten.

Montreal hat diesen Sommer mit Daniel Briere und Doug Murray zwei dicke Fische in der Free Agency gelandet.

Was? Es ist nicht mehr 2006? Oh...

Spass beiseite, am Kader der Habs hat sich wenig geändert. Deshalb sollten die Canadiens, trotz unterwältigendem Sommer wieder in die Playoffs kommen.

Danach wird es recht offen in der Atlantic Divsion. 

Die Florida Panthers hatten letzte Saison trotz Verletzungspech gar keine so schlechten Puckbesitzwerte, konnten aber weder an Tore noch an Saves kommen. Torhütertalent Jacob Markström sollte dieses Jahr seine Chance bekommen (je nachdem wie und was Tim Thomas macht), genau wie Florida's diesjähriger Erstrundenpick Aleksander Barkov. Grosse Hoffnungen auf einen Playoffplatz sollten in Florida dennoch nicht aufkommen.

In Tampa Bay wird sich Johnathan Drouin wohl schon ab dieser Saison in der NHL beweisen dürfen. Filppula ersetzt den langjährigen Kapitän Lecavalier in der zweiten Reihe. Wie lange Tampa an den Playoffrängen dranbleibt, wird von der Leistung der Torhüter abhängen, wobei weder Anders Lindbäck noch Ben Bishop als erwiesene Nummer 1 gelten können.

Zu Toronto gibt es demnächst mehr, deshalb jetzt kurz: Letzte Saison mit Glück in die Playoffs. Die Offseason war schwach. Die nächste Saison wird wohl noch schwächer.

Buffalo wird wohl auch nicht wirklich um die Playoffs mitspielen können. Es gibt einige gute Spieler (Ehrhoff, Vanek) aber danach kommt zu wenig. Cody Hodgson gibt momentan noch alles (und mehr) defensiv zurück, was er offensiv erreicht.

Metropolitan Division

Diese Division ist für mich mit Abstand am schwersten einzuschätzen.

Auch wenn die Penguins nicht das stärkste Puckbesitzteam haben, ist es schwer mit Sidney Crosby, Evgeni Malkin und Kris Letang als Offensivkräfte nicht in die Playoffs zu kommen. Selbst mit Marc-Andre Fleury.

Die New York Rangers bringen ein recht ähnliches Team zurück aufs Eis. Justin Falk und Benoit Pouliot sind zwei sehr gute etwas unterbewertete Spieler für die unteren Reihen. Henrik Lundqvist ist seit Jahren einer der besten (wenn nicht der beste) Torhüter der Liga. Könnte mir die Rangers auch an Platz 1 in der Division vorstellen.

Die New Jersey Devils waren letzte Saison so etwas wie die Anti-Leafs. Puckbesitz: Spitze. Glück: Nicht vorhanden. Cory Schneider sollte die Torhütersituation der Devils deutlich verbessern. Auch wenn er noch etwas wenig gespielt hat, um als sicherer Top-Goalie zu gelten, hat er bisher nur überzeugt. Ilya Kovalchuk's Abgang wird einem Team, dass schon letztes Jahr Probleme hatte, Tore zu schiessen, sicher nicht helfen, dennoch bin ich davon überzeugt, dass in einer langen - sprich normalen - Saison ein Team wie New Jersey die Playoffs nicht verpasst.

Die New York Islanders sind ein ebenfalls sehr gutes Puckbesitzteam - in der zweiten Hälfte der Saison sogar >55% FenClose - und das ohne grosse Namen oder Geld. Der Abgang von Mark Streit sollte etwas schmerzen. Wenn die Islanders zumindest durchschnittliche Torhüterleistungen bekommen (was mit Nabokov und Poulin/Nilsson nicht sicher ist), sollte ein Playoffplatz sicher sein. Wenn nicht, könnte es wieder eng werden.

In Carolina darf man sich berechtigte Hoffnungen auf einen Playoffplatz machen. Cam Ward war lange verletzt, dort sollte Carolina dieses Jahr auf mindestens durchschnittliche Leistungen zählen können. Sonst wurde der Kader in der Tiefe etwas verbessert.

Für die Flyers wird es auch diese Saison wieder schwer, in die Playoffs zu kommen. Lecavalier ist sicher besser als Briere und Streit sollte vorerst sein Geld auch wert sein. Ilya Bryzgalov ist weg. Dafür ist Ray Emery gekommen. Ob die Flyers mit Mason und Emery auf deutlich bessere Torhüter als letzte Saison zählen können, ist meiner Meinung nach fraglich.

Washington hat sich ebenfalls verbessert. Grabovski für Ribeiro ist ein sehr guter indirekter Tausch. Braden Holtby zeigt bisher sehr gute Leistungen und nur wenn er diese auch weiterhin zeigt, haben die Capitals gute Chancen auf die Playoffs. Vor allem im Powerplay ist ein Einbruch zu erwarten (letzte Saison 20.5% Schussquote, nächstbeste: EDM 16.86%)

Columbus hatte kurioserweise den gleichen PDO-Wert wie die Capitals, allerdings bedeutend schlechtere Puckbesitzwerte. Nathan Horton sollte helfen, aber selbst wenn (und das ist für mich ein sehr, sehr grosses WENN) Sergei Bobrovsky seine Vezina-Leistung der letzten Saison bestätigen kann, wird es sehr schwer für die Blue Jackets.

Wie für die Western Conference, hier die dadurch entstehenden Playoffpartien in der ersten Runde:

Atlantic:

Detroit vs Montreal
&
Boston vs Ottawa

Metropolitan:

Pittsburgh vs New York Islanders
&
New York Rangers vs New Jersey