Plüschhämmer

Werte Journalisten/Kommentatoren/Experten:  

Mir ist bewusst, dass meine Art und Weise aufs Eishockey zu gucken, nicht übermäßig beliebt ist. Und knallharte Analyse ist nicht für jeden TV-Zuschauer. Aber die Art und Weise wie Statistiken bei Übertragungen verwendet werden, ist meiner Meinung nach durchaus verbesserungsfähig. Nicht, weil ich mehr Statistiken hören will. Sondern weil die Statistiken, die man am häufigsten vorgetragen bekommt nicht wirklich aussagekräftig sind.

  • Splits jeglicher Art. Also aufgeteilte Datensätze wie z.B.:
    • Spielerstats gegen ein bestimmtes Team. "Der ist ein echter Teamname-schreck"
    • Teambilanzen gegeneinander. Was Straubing vor 3 Jahren gegen Wolfsburg gespielt hat, ist offensichtlich kaum mehr relevant. Die meisten Spieler sind eh ausgetauscht und/oder nicht mehr auf dem gleichen Niveau
    • Heim/Auswärts. "Powerplayquote daheim" ist keine gute Statistik. Die Vorhersagekraft ist schon bei der normalen PP% sehr gering. Wenn man nun die Stichprobe noch reduziert, bringt das niemandem was.
  • Bullys: Massiv überbewertet. Einfach nur ein weiterer Zweikampf um die Scheibe.
  • Checks: Mehr Checks setzen hat mit Gewinnen nichts zu tun. Reine Dekoration.

Derartige Statistiken zu verwenden, nur um dann im nächsten Satz "Gut, aber Statistiken bedeuten eh nichts/kann man aus dem Fenster werfen/etc." zu sagen, ist in etwa das Äquivalent dazu, mit einem Plüschhammer auf einen Nagel zu hauen, nur um im Anschluss zu schlussfolgern, dass "Hämmer eh nichts bringen, wenn man nen Nagel in die Wand hauen will".

Natürlich ist es nicht falsch zu sagen, dass die erwähnten Statistiken wenig Aussagekraft haben. Aber gerade deswegen ist es meiner Meinung nach so bizarr, dass sie immer wieder erwähnt werden. Ich glaube kaum, dass von Zuschauerseite negative Reaktionen kämen, wenn man diese Stats auf unbestimmte Zeit aus den Skripten der Übertragungen verbannen würde.