DEL-Chancen von DNL-Spielern

Eine der grössten Herausforderungen im Profisport ist das Vorhersagen zukünftiger Leistungen. Jedes Mal, wenn ein Vertrag unterzeichnet wird, nimmt man an, dass der Spieler während der Vertragslaufzeit Leistungen erbringt, die dem vereinbarten Gehalt entsprechen. Daher ist das Vorhersagen von zukünftigen Leistungen eins der wichtigsten Talente eines Managers. Natürlich wird diese Aufgabe schwerer, je weiter man in die Zukunft blickt. Das Leistungspotential eines 25-Jährigen in seiner Saison als 26-jähriger vorherzusagen, ist nicht sonderlich schwer verglichen mit dem Versuch, die gleiche Vorhersage für einen 18-Jährigen zu machen.
Ein Weg, an diese Problemstellung heranzugehen, ist, Spieler zu suchen, die zum aktuellen Zeitpunkt vergleichbar mit dem zu vorhersagenden Spieler sind und zu kontrollieren, wie der weitere Verlauf ihrer Karriere war. Wenn die Spieler ähnlich sind, sollte man einen groben Ereignishorizont für die Zukunft formulieren können. Die Grundidee funktioniert für Spieler allen Alters, im heutigen Post beschränke ich mich aber darauf, auf die Vorhersagemöglichkeiten für DNL-Spieler einzugehen.

Ich arbeite schon seit einer Weile an einem Modell, das mittlerweile schon die ersten salonfähigen Ergebnisse ausschmeisst. Auch wenn ich damit unabhängig vom PCS-Projekt von Josh Weissbock und Moneypuck angefangen habe, wäre es falsch, zu behaupten, dass mein Modell kein bisschen Ähnlichkeit mit ihrem hat oder davon nicht sehr stark beeinflusst wurde. Wer sich für ein analytisches Herangehen an den NHL-Draft interessiert, sollte unbedingt lesen, was sie dazu auf CanucksArmy geschrieben haben (Beispiel für ein Spielerprofil und Liste aller Spielerprofile).

Die Grundideen des Modells sind die folgenden: 

  1. Bessere DNL-Spieler werden wahrscheinlich häufiger zu DEL-Spielern
  2. Spieler mit höheren Punktzahlen sind (vor allem in diesen jungen Jahren) meist die besseren Spieler (zumindest im Mittel)
  3. Da in diesem Altersbereich (15-20) eine enorme physische und damit auch spielerische Entwicklung erfolgt, muss man für das Alter der Spieler korrigieren. Also: Ältere Spieler sollten mehr punkten, weil sie weiter entwickelt sind.

Als erstes habe ich mal kontrolliert, ob denn die Punkte 1. und 2. überhaupt realistisch sind: 

Also im Allgemeinen gilt: Je mehr Punkte (für Alter und Ära angepasst, in der DNL wird immer besser verteidigt, Punkte sind zur Zeit höher einzuschätzen) ein Spieler holt, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass der Spieler zu einem späteren Zeitpunkt in der DEL spielt (das bestätigt sich übrigens auch, wenn man nur auf Verteidiger guckt). 

Betrachtet man die Ergebnisse etwas genauer, fällt ausserdem auf, dass, bei gleicher Punktzahl, grössere Spieler bessere Chancen auf eine DEL-Karriere haben. 

Daher funktioniert das Modell aktuell so, dass es vergleichbare Spieler nach DNL Punktproduktion und Grösse sucht und kontrolliert, was für Karrieren diese Spieler haben/hatten.

Das führt dann zu sowas in der Art: 

Damit bekommt man also selbst für Spieler, die sich in den nächsten Jahren sicher noch weiterentwickeln, einen Überblick darüber, was in den nächsten Jahren möglich ist. Ein guter Scout kann dann einfüllen, ob ein Spieler eher zu den Spielern gehört, die auch als Profis Erfolg hatten, oder eher zu denen passt, die keine grossartige Profikarriere erreicht haben.