Frank Mauers Adäquater Ersatz

Frank Mauer ist einer der wenige Abgänge, den die Adler Mannheim zur nächsten Saison zu beklagen haben. Dank seinen enorm erfolgreichen Playoffs in Verbindung mit dem enormen Erfolg der Mannschaft wird der Abgang nun wohl etwas mehr bedauert, als dies sonst vielleicht der Fall gewesen wäre. Diese Playoffs kamen nach einer Saison, in der Mauer auch zeitweise auf der Tribüne Platz nehmen musste (obwohl ich Geoff Ward das als einen seiner einzigen Fehler ankreiden würde). Nun spielt Frank Mauer nächste Saison in München und die Adler müssen Ersatz suchen. Und haben mit Philip Riefers meiner Meinung nach einen sehr guten Nachfolger gefunden.

Es ist mittlerweile bekannt, dass ein besseres Überbrücken der Neutralen Zone (weniger ineffizientes Dump'n'Chase, mehr Zone Entries mit Scheibenkontrolle) zu mehr Schussversuchen pro Angriff führen. Und in dieser Kategorie sind sowohl Riefers als auch Mauer exzellent:

In den letzten beiden Saisons war Philip Riefers sehr gut darin, durch sein Spiel in der NZ viel Zeit im Offensivdrittel zu erzwingen. Die hohe Anzahl der Schüsse pro Angriff lässt sich auch nicht auf seine Mitspieler schieben. Er schaffte es, mit Ticar, Ohmann, Stephens, Weiss als Mitspieler gleich viel Schüsse pro Angriff aufs Tor zu bringen wie Gogulla (14/15) oder Collins oder Falk (13/14). Das ist keine Selbstverständlichkeit. Für Frank Mauer gilt ähnliches. Vor den Playoffs meist mit Ullmann und Arendt in einer Reihe hat er es trotzdem verstanden, zumindest was die Schusserzeugung angeht, auf einem Niveau mit Hospelt/Hecht zu sein.

Das kommt bei beiden einerseits durch "aggressiveres" Verhalten in der Neutralen Zone, andererseits auch durch ihre Fähigkeiten. Beide gehören zu den Spielern, die, wenn sie die Scheibe haben, am häufigsten versuchen, spielerisch ins gegnerische Drittel zu kommen. Erlauben können sie sich das, weil sie im Gegensatz zu Spielern wie Tripp, Stephens oder Tardif auch die notwendige Schnelligkeit haben, in diesen Situationen meist erfolgreich zu sein:

Diese Veranlagung macht sich natürlich auch im Spielaufbau bei den Zone Exits bemerkbar. 66.2% von Frank Mauers Zone Exits letzte Saison waren mit Scheibenkontrolle, während die restlichen Stürmer im Schnitt nur zu 61.3% mit Kontrolle aus dem eigenen Drittel kamen. Riefers kam 13/14 auf 71.1% (Rest: 60.8%) und 14/15 auf 68.4% (Rest: 57.6%). 

Bei beiden halte ich es für realistisch, zu behaupten, dass die häufig bemängelten Punktzahlen eher an den Mitspielern lagen als an ihnen selbst. Natürlich gibt es Spieler, die vor dem Tor oder in der Offensivzone allgemein mehr zu bieten haben. Aber was passiert, wenn man Spieler mit diesem Zone Management Profil mit Spielern paart, die in der Offensivzone glänzen, hat man in den Playoffs gesehen, als mit Jochen Hecht für Frank Mauer dann auf einmal die Scheiben reingingen. Ich sehe Spieler wie Mauer und Riefers ein wenig als Transporter an. Sie sind hervorragend darin, den Puck in die richtige Richtung zu treiben. Gepaart mit den passenden Offensivkräften können sie aber auch offensiv sehr effizient sein, statt nur den Gegner vom eigenen Tor fernzuhalten.

So gesehen ist Riefers meiner Meinung nach ein sehr vernünftiger und vor allem passender Ersatz für Frank Mauer. (Bonus: Im Notfall gibt er sich auch als Verteidiger sehr gut.)

Und für die Fans ist auch alles ok. Mit Riefers kommt der nächste Spieler, der "nicht alles aus seinem Talent rausholt". Wie gesagt, adäquater Ersatz.