Torhüter werden ü30 nicht besser

Mit Leonardo Genoni verpflichtet der EV Zug den besten Torhüter der NL der letzten Jahre. Ab 2019/20. Für 5 Jahre. Für seine Altersspanne von 32 bis 36. Leo Genoni ist zweifelsohne der beste Torhüter der NL der letzten Jahre und ist bemerkenswert verletzungsfrei (seit 2009 hat er nur ein Mal weniger als 45 Qualifikationsspiele bestritten und seit 2014 nie gefehlt). Aber so gut manche Torhüter auch sind, die Zeit macht vor niemandem Halt.

ü30-Torhüter werden nicht besser

Auch wenn man das aus der Reaktion der Schweizer Presse nicht unbedingt entnehmen konnte: Eine solche Verpflichtung birgt durchaus Risiken. Basierend auf zugegeben wenig Daten haben NL-Torhüter zwischen 31 und 37 im Schnitt pro Jahr eine 0.3% schlechtere Fangquote (also ein 33-jähriger Torhüter mit einer Fangquote von 92% dürfte mit 34 eine Fangquote von 91.7% haben). Diese Beobachtungen bestätigen sich auch in der NHL (LINK):

 Quelle: https://hockey-graphs.com/2014/03/21/how-well-do-goalies-age-a-look-at-a-goalie-aging-curve/

Quelle: https://hockey-graphs.com/2014/03/21/how-well-do-goalies-age-a-look-at-a-goalie-aging-curve/

Hier liegen die Werte grob zwischen 0.3% und 0.4%

So gesehen muss man die Zuger loben. Stephan ist mittlerweile 34(.5), wendet man die NHL-Werte auf seine Fangquote an, ergibt sich folgender Verlauf in den nächsten Jahren (Der mittlere Wert repräsentiert die Alterung basierend auf den Werten der NHL-Studie, die obere Linie jeweils 25% weniger starker Altersabfall, die untere 25% stärkerer Altersabfall):

stephan.png

In zwei Jahren sollte man da nicht mehr mit überragenden Leistungen rechnen können. Aus Zuger Sicht ist es also vernünftig, sich mit Alternativen für die Zukunft zu beschäftigen.

Eine der wichtigsten Richtlinien für die Kaderzusammenstellung ist "Don't pay for past performance". Also man sollte Verträge nach der Leistung vergeben, die man während der Dauer des Vertrags zu bekommen erwartet. Und nicht, wie so häufig am 1. Juli in der NHL, basierend auf Leistungen in der Vergangenheit. Nur weil ein Spieler zwischen 27 und 30 ein bestimmtes Niveau hat, bedeutet das nicht, dass er dieses Niveau mit 33 auch noch hat und die Vertragsstruktur sollte das reflektieren. Und hier kommen wir zum grossen Risikofaktor dieser Verpflichtung: Genoni hat zwischen 27 und 30 phänomenale Leistungen erbracht und wird sicherlich entsprechend vergütet.
Es ist nur fraglich, wie lange Genoni wirklich so gut spielen kann, wie er es in den letzten Jahren getan hat. Ist denn zu erwarten, dass er während der Dauer des Vertrags (der wie gesagt erst 2019 beginnt) auch wie ein überragender Torhüter spielt? Wenden wir die NHL-Trends auf Genonis Statistiken an:

goalies1.png

Also ist zu erwarten, dass Genoni 2019 nur noch der beste Torhüter der Liga ist (nicht mehr mit grossem Abstand). Und spätestens ab 22/23 muss man damit rechnen, dass Genoni kein Spitzentorhüter mehr ist. Nun stellt sich die Frage, ob er in den ersten Jahren des Vertrags genug Mehrwert bietet, um die wahrscheinlich nicht mehr herausragenden Jahre am Ende wettzumachen. Wie bereits erwähnt: Wenn es einem Torhüter zuzutrauen ist, dann sicher Genoni.

Die obigen Werte sind hier in Gegentore, die Genoni gegenüber einem durchschnittlichen NL-Torhüter verhindern würde (bei 47 Spielen pro Saison und 31 Schüssen pro Spiel), umgerechnet:

genoni2.png

Es ist eine Verpflichtung, die auf einen (oder mehrere) Meistertitel in den ersten Jahren des Vertrags abzielt und dafür Risiko in den letzten Jahren des Vertrags in Kauf nimmt. Das ist eine Rechnung, die sehr wohl aufgehen kann, aber alles andere als garantiert ist.

Finanzieller Determinismus oder mangelnde Kreativität

Was mir immer etwas gegen den Strich geht sind die stetigen Beschwerden über mangelnde Ausgeglichenheit im europäischen Eishockey. Die Geldschere geht zu weit auseinander. Wie sollen die kleinen Teams denn mit den Red Bulls mithalten? Ein Salary Cap ist die einzige Möglichkeit, das Eishockey spannender zu machen!
Unabhängig davon, wie unlauter diese Aussagen sind - stammen sie doch von den gleichen Schreiberlingen/Kommentatoren, die gerne die Ausgeglichenheit und den "jeder kann jeden schlagen"-Reiz des Eishockeys loben - erleben wir wirklich einen finanziellen Determinismus? Also: Ist der nächstjährige Meister durch die Budgettabelle schon entschieden?
Ich würde argumentieren, dass so etwas in einem derart ineffizienten Markt wie dem der Eishockeyspieler nicht möglich ist. Was viele Teams zurückhält ist ein Mangel an Kreativität.

Folgender Absatz aus Moneyball beschreibt die Situation recht präzise:

There was no simple way to approach the problem that Billy Beane was trying to solve. It read like an extra credit question on an algebra quiz: You have $40 million to spend on 25 baseball players. Your opponent has already spent $126 million on its own 25 players and holds perhaps another $100 million in reserve. What do you do with your forty million to avoid humiliating defeat?
"What you don't do," said Billy, "is what the Yankees do. If we do what Yankees do, we lose every time, because they're doing it with three times more money than we are."
A poor team couldn't afford to go out shopping for big league stars in the prime of their careers. It couldn't even afford to go out and buy averagely priced players. The average big league salary was $2.3 million. The average A's opening day salary was a bit less than $1.5 million. The poor team was forced to find bargains: young players and whatever older guys the market had undervalued. It would seem highly unlikely, given the wage inflation in pro baseball over the past twenty-five years, that any established big league player was underpriced. If the market was even close to rational, all the real talent would have been bought up by the rich teams.

Kernaussage: Wenn man als armes Team die gleichen Methoden verwendet, die reiche Teams verwenden, verliert man. Schliesslich haben die reichen Teams mehr Geld um diese umzusetzen.

Also müssen andere Methoden her. Kreativität ist gefragt. Leichter gesagt als getan. Wobei es in den letzten Jahren schon ein gutes Beispiel gibt:

Iserlohn: Zwar nicht die beliebteste Art der Kreativität, aber die Strategie "Wenn's in Deutschland keine anderen guten Hockeyspieler mit deutschem Pass mehr gibt, suchen wir uns halt welche in Nordamerika" war zweifelsohne effektiv. Als deutscher Eishockeyfan hält sich die Begeisterung zwar in Grenzen, als Wertschätzer cleverer Kaderplanung muss man Iserlohn allerdings dafür loben.
Also, Methode 1: Andere Märkte für die Spielersuche bemühen

Das gilt nicht nur für Kanadier mit deutschen Ahnen. DEL-Teams schenken Spielern aus nicht-nordamerikanischen Märkten allgemein wenig Beachtung. Spieler aus weniger angesehenen Ligen in Dänemark und Norwegen können auch in der DEL funktionieren.

Beispiele wie Mads Christensen und Andreas Martinsen scheinen keinen Eindruck hinterlassen zu haben. Ob Mats Rosseli Olsen, beide Olimbs, Roymark, Storm, Jensen, alle haben in jungen Jahren in ihren Heimatligen hervorragend gespielt und haben dann in prestigeträchtigeren Ligen ihr Können unter Beweis gestellt. Man kann die achte und neunte Ausländerstelle mit so jemandem besetzen, statt mit einem AHLer, den Mannheim, Nürnberg und Ingolstadt nicht wollten. Jemandem, der die DEL als Chance sieht, sich für mehr zu empfehlen. Statt als Zeichen, dass der Traum NHL endgültig geplatzt ist.
Womit wir schon beim nächsten Punkt wären: Auf junge Spieler setzen. Ob talentierte Spieler aus den weniger spielstarken nordischen Ligen oder den eigenen Nachwuchs. Junge Spieler haben den Vorteil, dass sie in Gehaltsverhandlungen deutlich weniger Druckmittel haben (siehe hier). Und dass bei ihnen die Möglichkeit der Verbesserung besteht. Für DEL-Teams ist das natürlich schwerer als für Teams in Nicht-Hockey-Schwellenländern, die Logik bleibt aber dennoch bestehen.

Gruppendenken vorbeugen

Wenn man Dinge anders machen will, muss man bestehende Strukturen aufbrechen. Und die sind im Eishockey sehr stabil. Faktoren, die zu Gruppendenken führen können (bei Wikipedia abgeschrieben):

  • Gruppenkohäsion (Gruppe besteht aus ähnlichen Menschen, Menschen, die sich gut verstehen, etc.) -> Sportliche Leitungen sind sehr kohärent. Hauptsächlich männliche Ex-Profis.
  • Abschottung nach Aussen
  • fehlende Objektivität seitens der Führungskraft
  • mangelhafte oder sogar fehlende Normen/ Prozesse, um systematisch Handlungsalternativen abzuwägen
  • Bestehen einer (im Gruppenempfinden) bedrohlichen Situation, die starken Stress und viel Emotionalität auslöst -> Erfolgsdruck

Und die Folgen von Gruppendenken:

  • Betrachtung von wenigen, ausgewählten Alternativen
  • Nichtbeachtung der Meinung von Experten oder Außenstehenden
  • sehr selektive Informationsbeschaffung (nur Informationen, welche in die bereits eingeschlagene Richtung passen), kein aktives Bemühen um zusätzliche Informationen -> Confirmation Bias
  • einzelne Gruppenmitglieder bestätigen sich gegenseitig ihre Theorien

Die passen doch recht gut auf die Thematik hier. Das soll natürlich nicht heissen, dass Ex-Spieler keine guten Manager sein können. Oder dass eine Sportliche Leitung, die nur aus Clublegenden besteht, ihre Aufgabe nicht sehr gut erfüllen kann. Aber es ist eben wichtig, sich dieser Rahmenbedingungen bewusst zu sein und gegenzusteuern. Oder eben die Rahmenbedingungen zu ändern und bewusst andere Stimmen ins Boot zu holen. Womit wir bei der nächsten Möglichkeit wären: Bessere Spielerbeurteilung

Von einem Sportchef zu erwarten, dass er sowohl ein guter Verhandlungsführer, Scout, Kaderkonstrukteur, Jugendkoordinator, Buchhalter und Manager ist, ist unrealistisch. Beziehungsweise bei einem Proficlub, bei dem die Budgets sieben- oder achtstellig sind, ist es nicht verantwortungsvoll all diese Aufgaben einer Person zu überlassen. Das merkt man im Profisport immer mehr. Die Sportlichen Leitungen werden immer grösser und das zurecht. Bei Trainern hat man dies schon weit früher festgestellt. Einen/Zwei Assistenten, ein Videocoach gehören heutzutage zum Standard. Das gleiche sollte meiner Meinung nach für die Sportliche Leitung gelten. Ein Trainer braucht (im Nicht-Groupthink-Idealfall) Assistenten mit unterschiedlichen Ansichten um Dinge auszudiskutieren und bessere Entscheidungen zu treffen. Für Manager gilt das gleiche. Scouting und tiefergehende Statistiken (deren Vorteile ich hier nicht erneut predigen will) gehören zum modernen Profisport dazu. So mancher Sportchef hat im Alltag keine Zeit, Spieler zu "entdecken" und verlässt sich darauf,  was ihm Agenten oder "Kontakte" anbieten. Aber wenn man Spieler mit sechsstelligen Gehältern verpflichtet, sollte man es sich erlauben können, z.B. einen Scout anzustellen, um diese Personalentscheidungen effizienter gestalten zu können. Nimmt man Spieler unter Vertrag, die man 5 Mal spielen gesehen hat, geht deutlich mehr schief, als wenn man einen detaillierten Scoutingbericht zum Vergleich zur eigenen Meinung hat.

FullSizeRender.jpg

Solange "Neuausrichtung" bei Eishockeyclubs aber weiterhin bedeutet, dass man den alten Ex-Spieler im Management durch eine neue ehemalige Vereinslegende ersetzt und die alten Strukturen beibehält, werden sich neue Ideen auch in Zukunft nur an wenigen Orten durchsetzen können. Das soll keine pauschale Verurteilung der gesamten Eishockeywelt sein. Schliesslich ist es als Aussenstehender recht einfach, "neu", "anders" und "mehr Risiko" zu plärren, wenn es nicht um den eigenen Lebensunterhalt geht. Andererseits denke ich wirklich, dass es vielerorts eben an etwas Kreativität fehlt, um die bestehenden Budgetunterschiede wettzumachen und für länger als nur einen magischen Playoffrun alle 20 Jahre über den eigenen Verhältnissen leben zu können.

 

*Worauf ich im Artikel nicht eingegangen bin, sind taktische Mittel im Spiel. Ob simple Erkenntnisse wie "Dump-ins vermeiden", oder ausgefeiltere Bullystrategien, ich glaube das Eishockey wird auch bald eine Laptoptrainergeneration erleben, die die alte kanadische "when in doubt, out"-Generation ersetzt.

Spielanalyse DEL-Finale '02, Mannheim - Köln, Spiel 5

Im Haimspielartikel zum 15-jährigen Jubiläum der Kölner Meisterschaft 2002 sind Links zu Youtubevideos, die einem das fünfte und entscheidende Finalspiel in voller Länge zeigen. (Zum besseren Verständnis bzw. einfach nur zur Unterhaltung würde ich übrigens empfehlen, sich das Spiel nochmal anzugucken.) Als topmotivierter Analyst mit einem freien Nachmittag dachte ich mir: "Das wäre doch mal ein lustiges Spiel für ne Analyse!". (Friedrich der Grosse verkündete, in seinem Reich solle jeder nach seiner Façon selig werden.)

Allgemein

Was einen natürlich als erstes trifft, sind die Regelunterschiede.

  • Eine breitere Neutrale Zone (und damit kleinere Offensiv-/Defensivzonen)
  • Bullys... überall. Nicht nur an den 9 Positionen, die man vom heutigen Eishockey gewohnt ist.
  • No-Touch-Icing
  • Reihenwechsel nach Icing erlaubt: Michi Leopold kommentiert nach einem nicht gegebenen Icing: "kein Pfiff, die Mannheimer hätten gerne einen gehabt, wollten in aller Ruhe wechseln, so mussten sie fliegend wechseln")
  • Strafen für Behinderung/Stockfouls, etc. bzw das Fehlen dieser: Man muss sich an der Stelle nochmal für den 04/05er Lockout bedanken, schliesslich hat der Regeländerungen bzw das korrekte Pfeifen der Regeln eingeläutet. Hier einige Beispiele:

Ich bin mir ziemlich sicher, dass eine Mannschaft wie der aktuelle Meister Red Bull München diese beiden Teams gnadenlos überlaufen würde. Ich war überrascht, wie indirekt das Spiel damals doch war. Was natürlich auch an den Regeln lag. Wenn man Halten und Haken darf, soviel man will, wird einem der direkte Weg natürlich umso schneller versperrt.

Zum Spiel

Als ultimatives Entscheidungsspiel um die Meisterschaft war es eventuell für viele nicht überraschend, dass beide Teams das Spiel sehr vorsichtig begannen. Der Puck wurde bei jeder Gelegenheit einfach aus dem eigenen Drittel geschossen. Bei Scheibeneroberungen in der Neutralen Zone gilt das gleiche: Hauptsache weiter weg vom eigenen Tor.
Köln schaffte es im ersten Drittel 6 Mal mit Puckkontrolle ins Mannheimer Drittel. Mannheim brachte nur 5 kontrollierte Angriffe zustande.
Natürlich kann Dump and Chase funktionieren, wenn man entsprechend forecheckt. Wenn man das allerdings nicht macht und der Gegner den Puck konsequent einfach rausschiesst und keinen kontrollierten Aufbau probiert, entstehen einfach keine Chancen:

 Dunkeö = Gleiche Spielstärke, Hell = Powerplay

Dunkeö = Gleiche Spielstärke, Hell = Powerplay

Nach dem 1:0 der Mannheimer im 2. Drittel wurde das Spiel aber zum Glück etwas offener. Die Gesamtzahlen offenbaren, dass die Kölner zwar etwas besser aus der eigenen Zone kamen (vor allem nach dem Ausgleich durch Hicks nachdem die Mannheimer etwas geschockt wirkten), Mannheim aber mit der Scheibe im Offensivdrittel mehr anzufangen wusste.

Das Chancenplus steht eindeutig auf Mannheimer Seite, aber ohne ein wenig Abschlussglück ist noch niemand Meister geworden.

Was ins Auge gefallen ist, ist die grössere Kadertiefe der Mannheimer. Köln hat quasi das ganze Spiel mit 3 Reihen gespielt und auch hier kam Thomas Schinko nicht immer zum Einsatz (Millen, Faust und Boos haben den Grossteil der Bullys gespielt). Ähnliches gilt für die Defensive, wo Schlegel-Lüdemann und Liimatainen-Porkka deutlich mehr gespielt haben als Miner-Renz, während Bill Stewart den drei Verteidigerpaaren (Racine-Groleau, Seidenberg-Roach, Charron-Bergen) allen in etwa ähnlich viel Eiszeit gegeben hat.

Ein Blick auf die individuellen Statistiken bestätigt das:

Zone Exits (wie man aus dem eigenen Drittel kommt)

Natürlich allgemein viel Chip and Chase, bei Köln allerdings doch etwas mehr kontrollierter Aufbau. Natürlich auch vom Rückstand befeuert.
Als jemand, der Mirko Lüdemann hauptsächlich aus den letzten Jahren kennt, war es doch cool ihn mal auf der Höhe seiner Fähigkeiten zu sehen, sehr beeindruckend, wie auch die Stats zeigen.

Bei Andy Roach waren für einen Verteidiger überdurchschnittliche Puckskills ebenfalls klar erkennbar, er hätte von einem offeneren Spiel sicher profitiert. Ein Blick auf die Zone Exits der Verteidigerpaare bestätigt, dass die Haie sich doch sehr auf ihre Top 4 verlassen haben (und dass Chernomaz das wohl auch zurecht getan hat).

Zone Entries (wie man ins gegnerische Drittel kommt)

Bis auf ein paar Lichtblicke eigentlich eher trist. Doch allgemein sehr viel Dump and Chase. Obwohl Michael Leopold mehrmals angemerkt hat, wie entscheidend das Transitionspiel doch sein kann.

  • Alex Hicks mit einem sehr starken Spiel. Flink und für die Verhältnisse des 2002er Hockeys auch sehr aggressiv. Vielerorts hätten andere Spieler die Scheibe einfach tiefgespielt.
  • Ustorf im Zusammenspiel mit Vorobiev auch sehr interessant.

Schüsse

Auch hier Alex Hicks sehr auffällig. Man sieht auch wieder die grössere Tiefe der Mannheimer.

Weil mir sonst nicht mehr allzu viel einfällt - das coolste an so alten Spielen ist schliesslich der "Aaaaaah, ja. Der hat damals ja noch für xy gespielt"-Moment bei einzelnen Spielern - und mir keine gute Einbindung für das Wort Teufelspakt einfällt (Daumen hoch, wer den Witz sofort kapiert), beende ich das ganze am besten einfach mit ein paar Highlights:

 

 

5 plus Spieldauer-Buchklub: The Only Rule Is it Has to Work

5 plus Spieldauer-Buchklub: The Only Rule Is it Has to Work

Es mag ein wenig komisch erscheinen, dass sich ein Eishockeyblog mehrmals mit der Rezension von Baseballbüchern befasst. Aber in meinem Fall gibt es hierfür einen guten Grund. Die Invasion von auf Beweisen gestützten Denkens im Eishockey ist noch nicht sonderlich lange im Gange. Bei weitem nicht so lang wie im Baseball. Und unter anderem deswegen ist diese nicht in gleichem Masse von Erfolg gekrönt worden. Und entsprechend finden sich auch wenige Werke, die die bisher im Eishockey unternommenen Versuche erklären und dokumentieren. Eventuell gibt es irgendwann jemanden, dem es gestattet wird, die Sportliche Leitung der Füchse Duisburg oder des EHC Freiburg zu übernehmen und das Team nach aus statistischen Erkenntnissen gebildeten Regeln zu führen. Bis dieses Buch geschrieben wird, muss man sich aber mit The Only Rule Is it has to Work von Ben Lindbergh und Sam Miller abfinden. Obwohl "abfinden" eigentlich das komplett falsche Verb ist.

Read More

Plüschhämmer

Plüschhämmer

Werte Journalisten/Kommentatoren/Experten: 

Mir ist bewusst, dass meine Art und Weise aufs Eishockey zu gucken, nicht übermäßig beliebt ist. Und knallharte Analyse ist nicht für jeden TV-Zuschauer. Aber die Art und Weise wie Statistiken bei Übertragungen verwendet werden, ist meiner Meinung nach durchaus verbesserungsfähig. Nicht, weil ich mehr Statistiken hören will. Sondern weil die Statistiken, die man am häufigsten vorgetragen bekommt nicht wirklich aussagekräftig sind.

Read More

Tableau DEL Playoffwahrscheinlichkeiten

Tableau DEL Playoffwahrscheinlichkeiten

Die Endtabellenprognosen sollten Twitter-Follower ja schon aus der letzten Saison gewohnt sein. Nach etwas Arbeit ist das Modell für die neue Saison nun fertig. Das Ergebnis ist auch jederzeit unter "DEL Prognose" einsehbar. Eine Verbesserung des Prognosemodells ist die Spielplankorrektur - statt einfach nur die Gesamtwerte der laufenden Saison werden die Statistiken auch nach Gegnern bereinigt. Es ist nun also mehr wert, Mannheim bei 25 Schüssen zu halten, als Krefeld.

Read More

Bullys sind nicht so wichtig

Bullys sind nicht so wichtig

Wenn man eine x-beliebige Übertragung eines Eishockeyspiels einschaltet, stehen die Chancen nicht schlecht, dass man sich anhören darf, wie wichtig und entscheidend Bullys doch sind und wie toll es ist, einen Spieler wie xy zu haben, der die wichtigen Bullys gewinnt. Die Wahrheit sind allerdings etwas anders aus. Überlegt man sich mal genau, was ein Bully ist, wird das meiner Meinung nach auch klar. Eigentlich ist ein Bully ja nichts anderes als ein etwas strenger regulierter Zweikampf. 

Read More

Komplett Subjektive DEL-Prognose

Da es bessere Saisonvorschauen - mit Informationen und Meinungen zu den zahlreichen Neuzugängen der DEL-Teams -  anderenorts gibt und mein Vorhersagemodell mindestens ein paar Spiele benötigt, um das Veröffentlichen zu rechtfertigen, belasse ich es hier mal mit einer völlig subjektiven DEL-Prognose, die lediglich auf den Leistungen der letzten Saison und meiner unqualifizierten Einschätzung der Transfers der jeweiligen Teams beruht.
Zur Feier des Tages:

Read More

2016 World Cup: Team Europa

Da die neue Saison immer noch nicht wirklich begonnen hat, hier mal mein erster Versuch für das Team Europa beim World Cup 2016. Zur Erinnerung: Das Teilnehmerfeld besteht aus

  • Kanada
  • USA
  • Russland
  • Schweden
  • Finnland
  • Tschechien
  • CAN/USA u23-Team
  • Team Europa

Das Team Europa setzt sich also aus den Spielern der verbleibenden europäischen Nationen zusammen. Also:

  • Slowakei
  • Schweiz
  • Deutschland
  • Dänemark
  • Lettland
  • Österreich
  • Weissrussland
  • Norwegen
  • Frankreich
  • Slowenien
  • etc.

Also habe ich mir mal NHLer aus diesen Ländern rausgesucht und mit Hilfe von War-On-Ice eingeteilt. 

Torhüter

Hier würde ich persönlich Greiss' gute Leistungen als wichtiger ansehen, obwohl Halak und Andersen deutlich häufiger gespielt haben. Je nachdem, wie sich Philip Grubauer entwickelt, könnte der auch noch relevant werden (was hinter Holtby in Washington allerdings nicht sehr einfach sein wird.)

Hiller
Greiss
Andersen

Verteidiger

Auf der x-Achse ist das Schussverhältnis relativ zum Team, wenn der Spieler nicht auf dem Eis ist aufgetragen, auf der y-Achse das Torchancenverhältnis relativ zum Team, wenn der Spieler nicht auf dem Eis ist aufgetragen. Die Blasengrösse korrespondiert mit der Eiszeit pro Spiel, die Blasenfarbe mit der Punktproduktion pro 60 Minuten 5v5 Eiszeit.

Basierend darauf würde ich folgendermassen aufstellen:

Chara - Josi
Müller - Ehrhoff
Sekera - Visnovsky
Streit - Weber

Das geht natürlich davon aus, dass die schon etwas älteren oder von Verletzungen geplagten Chara, Visnovsky, Streit und Ehrhoff bis zum September 2016 noch in der Nähe ihres jetzigen Niveaus sind. Weber und Streit bekommen als PP-Experten bei mir den Vorzug vor Meszaros, 

Stürmer

Hier gibt es sehr viele Optionen. Dano wird hier zwar nur als Center geführt, hat aber weder 13/14 in Bratislava noch 14/15 in Columbus wirklich häufig Center gespielt. Draisaitl, Fiala, Dano sollten sich nächste Saison weiterentwickeln und haben daher in meiner Mannschaft einen Platz. Allgemein gibt es im Sturm weniger Gefahr, dass die Veteranen allzu stark abbauen. Selbst wenn Marian Hossa innerhalb des nächsten Jahres zeigt, wie alt er ist, gibt es immer noch genug Talent, um den Verlust aufzufangen. Das gleiche kann man von Chara, Ehrhoff, Visnovsky nicht behaupten.

Gaborik - Kopitar - Dano
Fiala - Eller - Zuccarello
Tatar - Grabovski - Hossa
Raffl - Draisaitl - Niederreiter
Vanek - Nielsen - Jurco

Hon. Mentions: Roussel, Girgensons

Alles in allem ein ordentliches Team, das sich meiner Meinung nach vor den Finnen oder Tschechen nicht verstecken muss.

DEL Gamecenter

DEL Gamecenter

 

Werte DEL, es wird langsam Zeit, etwas zu verändern. Es ist 2015 und als Fan habe ich folgende Möglichkeiten mir die Spiele meines Lieblingsclubs anzugucken: 

  • ins Stadion zu den mind 26 Heimspielen gehen
  • zu jedem Auswärtsspiel fahren
  • Fanradio hören
  • Dusel haben und laola1.tv oder ServusTV gucken
  • 4 Minuten Highlights am nächsten Tag

 Nochmal: Es ist 2015. In Schweden kann ich mir für 30€ im Monat alle SHL-Spiele live und verzögert angucken. In der Schweiz bietet Teleclub alle NLA-Spiele als Teil ihres Sportpakets für einen Aufpreis von 12€ pro Monat (17€ für HD) an. Die Beko BBL (ein "direkter" Konkurrent) hat einen Vertrag mit der Telekom, die sämtliche Spiele überträgt. 

Read More