Meinung: Zum deutschen Eishockey

Meinung: Zum deutschen Eishockey

Wie der Titel verrät, beinhaltet dieser Artikel keine statistische Analyse, sondern beschreibt meine Meinung zur aktuellen Situation des deutschen Eishockeys.

Auf Liga-/Verbandsebene gibt es im Eishockey zwei verschiedene Fragen:

  1. Wie machen wir das Eishockey in unserem Land besser?
  2. Wie machen wir unsere Liga profitabler (weniger unprofitabel)?

Diese Fragen sind zwar unterschiedlich, aber definitiv zu grossen Teilen verknüpft, da auch die Probleme des deutschen Eishockeys verknüpft sind. Einerseits gibt es den Verband, dessen Ziel es ist, den Sport und dessen Status/Verbreitung im Land zu fördern. Andererseits gibt es eine Liga, deren Teams (zu großen Teilen) Verluste einfahren.

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Die Schweiz hat ein Torhüterproblem

Die Schweiz hat ein Torhüterproblem

Eine typische Woche für einen NLA-Club in der Qualifikation (auch: Hauptrunde, Regular Season, etc.) beinhaltet jeweils ein Spiel am Freitag und am Samstag. Natürlich gibt es auch Abweichungen und Feiertagsbedingte Ausnahmen, aber grundsätzlich ist das der Rhythmus, in dem NLA-Teams spielen.
In der NBA gibt es den Ausdruck "Schedule loss", also eine Spielplanniederlage. Gemeint sind damit Spiele, in denen man selbst am vorherigen Abend gespielt hat - also das zweite Spiel innert zwei Tagen bestreitet - und der Gegner nicht. Der Nachteil (oder Vorteil, je nach Sichtweise) ist offensichtlich.

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Zone Exits, der SC Bern und Fehleinschätzungen

Zone Exits, der SC Bern und Fehleinschätzungen

Normalerweise kontrolliere ich nach jedem getrackten Spiel gleich die Resultate. "Ah, der war gut. ... OK, der hat im Spielaufbau ganz schön versagt." Einerseits ist das natürlich gut. Falsche Meinungen werden sofort korrigiert. Andererseits bauen sich so auch schnell Vorurteile auf. Wenn ich nach dem ersten SCB-Spiel sehe, dass Timo Helblings Stats besonders schlecht waren, beeinflusst das mein Denken in der Zukunft. Obwohl es sich bei dem Spiel vielleicht nur um eine Ausnahme gehalten hat. 
Mit diesen Gedanken im Hinterkopf habe ich in den letzten Wochen ein kleines Selbstexperiment gestartet. Ich habe einige Spiele der laufenden Saison vom SCB getrackt, ohne die Play-by-play-Logs auslesen zu lassen. Soll heissen: Ich habe nicht nachgeguckt, wie die wirklichen Statistiken der Spieler aussehen. Handschriftliche Notizen gemacht habe ich auch nicht. Alles an Meinung ist lediglich auf meinem Erinnerungsvermögen basiert.

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Altherrenliga DEL

Altherrenliga DEL

Bei der ServusTV-Übertragung am Sonntag fiel mir besonders ein Satz des Kommentators auf. Als es um Daniel Schmölz ging, sagte der "der ist ja gerade mal 23 Jahre jung". Das in einem Ton, der vermittelt, dass es sich um einen besonders jungen Spieler handelt. Obwohl Eishockeyspieler ihre besten Jahre normalerweise  zwischen 23 und 25 haben. Eigentlichsollte es also eher überraschend sein, dass der Herr Schmölz mit schon 23 Jahren erst einen festen DEL-Platz hat. Oder gelten in der DEL andere Regeln?

Um darauf eine Antwort zu finden, habe ich mir mal die Statistiken einiger europäischer Ligen angeguckt.  

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Scouts im Europäischen Eishockey

Scouts im Europäischen Eishockey

Durchforstet man die eliteprospects.com-Seiten europäischer Profi-Clubs (oder auch deren jeweilige Webpräsenz) fällt einem schnell auf wie wenig Leute im Hockey Operations-Bereich arbeiten, also wie viele Leute wirklich mit Eishockey beschäftigt sind, vor allem im Vergleich mit der NHL. Das ist natürlich zu erwarten. NHL-Clubs haben mit wesentlich grösseren Summen zu tun, von daher ist mehr Personal auch gerechtfertigt. Andererseits ist es doch ein wenig überraschend, dass Organisationen, deren Ausgaben für Spielerpersonal deutlich im Millionenbereich liegen ihre Aufgaben auf so wenige Schultern verteilen. Vor allem irritiert mich, wie wenige Clubs Scouts offiziell angestellt haben.

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Trainerentlassungen

Trainerentlassungen

Wenn eine Mannschaft besonders schlecht oder deutlich unter ihren Möglichkeiten spielt, ist der Trainer meist der Erste, der seinen Job verliert. Ob der Trainer nun wirklich die Schuld am Misserfolg trägt, ist dann häufig zweitrangig. Von den Hauptkomponenten eines Sportclubs (Management, Trainerstab, Mannschaft) ist er am leichtesten auszutauschen. Man kann wohl auch davon ausgehen, dass einige Clubs sehr genau wissen, was sie an ihrem Trainer haben, ihn aber dennoch entlassen, um der wütenden Meute von Medien, Fans und Präsidium das Gefühl zu geben, dass hart daran gearbeitet wird, die Missstände auszumerzen. 

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"Gut in der eigenen Zone"

Wer diesen Artikel gelesen hat, weiss, wie wenig ich von "klassischen" Defensivverteidigern halte. Die Idee, dass gutes Stellungsspiel im Defensivdrittel oder Abräumerqualitäten vor dem eigenen Tor einen automatisch zu einem effektiven Spieler machen halte ich für schwachsinnig. Ich vergleiche das gerne mit dem Vernichten von Ungeziefer in der eigenen Küche. Wenn man in der Situation ist, ein unerwünschtes Tier in der Küche zu finden, ist es nur vernünftig dies zu entsorgen. Muss man dies aber andauernd tun, sollte man erkennen, dass das nicht das Problem ist. Ist ja super, wenn Doug Murray (Standardbeispiel) Schüsse blockt. Aber wenn er das dauernd machen muss und Erik Karlsson nicht, ist das dann nicht eher ein Anzeichen für einen negativen Einfluss als einen positiven? Ist es nicht effizienter, den Puck so wenig wie möglich im eigenen Drittel zu haben? Und grosse, unbewegliche Verteidiger, die mit dem Puck nicht viel anfangen können, helfen dabei sicherlich kaum.

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